…oder: Glück ist das, was ich selber draus mache!

Yeah, Amazon ist fix und das handliche Plastikding in hoffnungsgrün wird freudig von mir bestaunt. Vor xnsiebzig Jahren hatte ich schon mal einen Schrittzähler. Der machte mir aber keinen Spass, da er zu ungenau war. Nun, wir schreiben das dritte Jahrtausend, da wird sich doch wohl technisch etwas getan haben.

Die altgewohnten Hunderunden-Strecken kriegen einen ganz neuen, abenteuerlichen Charakter. Morgenrunde: wow, 2300 Schritte; Mittags 2096; Abendrunde 2926! Heissa!

Tag 2 mit dem neuen Begleiter: ich teste, was der so drauf hat in Sachen Genauigkeit. Riesen-Enttäuschung: dieser Kunststoffstratege zählt falsch! Der pennt! Auf 100 tatsächlich gelaufener Schritte kriegt der so um die 30 gar nicht erst mit!

Darin allerdings ist er sehr konsequent: es sind immer ZU WENIG Schritte, die er zählt. Mal 26, mal 30.

Wie ich so drauf bin, suche ich den Fehler zunächst mal bei mir und hänge das Ding woanders hin. Mittlerweile habe ich aber fast alle Körperregionen durch: Ärmelbündchen, Schulterklappe, Hüftknochen, Bauchnabel, Unterlippe, Socke. Zwecklos – der Rechner bleibt stur.

Dann kann es also nur an meiner Art mich fortzubewegen liegen. Mir war bislang nicht bewusst, dass ich leicht und elfengleich durch die Gegend schwebe, im Gegenteil. Aber den Elefanten sagt man ja auch einen sehr sanften, nahezu erschütterungsfreien Gang nach.

Na gut, nix zu machen. Im ersten Moment dieser bitteren Erkenntnis schwappt Ärger in mir hoch. Klar, allzu gross war die Investition nicht, trotzdem hätte ich für das Geld mehr erwartet. Gedanken an Protest, Petition und Demo vor dem Bundestag preschen durch mein Hirn. Na ja, oder wenigstens Regress, Reklamation und Retoure.

Mein Glück im Unglück: Ich kann aus jeder Situation das Gute herausarbeiten. Und das wäre? Nun:
– der hoffnungsgrüne kleine Zählmeister meint es nur gut mit mir. Nach jeder Laufrunde zeigt er mir an, wieviel Schritte ich MINDESTENS gemacht habe. Ich brauche nie ein schlechtes Gewissen zu haben!
– das Universum weiss um meine Rechenschwäche (leere Menge im Gehirn) und hat mir einen Personal-Trainer geschickt!
– Addition und Dreisatz – wollte ich doch schon immer mal! Also hepp: auf 100 30 zu wenig ergibt auf 1000 300 zu wenig also darf ich beim Hunderunden-Beispiel oben noch 3138 Schritte draufrechnen – oder??

Eigentlich wurscht, denn an dieser Stelle ziehen sich meine Mundwinkel schon wieder Richtung Öhrlis, Stimmung wieder hergestellt! Glück ist das, was ich selber draus mache!

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Hilfe, mein Schrittzähler betuppt mich…
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