Wenn gar nichts mehr geht…

…und ich das Gefühl habe, nur noch Berge türmen sich vor mir auf, Hindernisse stellen sich mir in den Weg oder ich blicke in klaffende Abgründe, mache ich gerne etwas Neues.

Auf mehreren Baustellen habe ich mein Möglichstes getan, mein Bestes gegeben, Menschen kontaktiert, gelesen und gelernt, Projekte on- und offline angeschoben – nun fällt mir nichts mehr ein und es bleibt nur: loslassen. Abwarten, was sich ergibt.

Warten?

Hach ja, das Warten….es fällt mir ein bisschen schwer, muss ich sagen. Während des Wartens suchen mich oft leichte Anflüge von Ungeduld anheim, die sich ganz von selbst in ausgewachsene Ärger-, Angst-, Wut- und/oder Hilflosigkeitsgefühle mausern. Das kenne ich von mir und finde es nicht so schön.

Ausserdem greift in solchen ungewissen Zeiten sofort das „Ärger-über-gestern-und-Sorgen-um-Morgen“- Konzept. Altbewährt, vielfach erprobt.

Hat´s geholfen in der Vergangenheit? Ich ziehe mal Bilanz und komme zu dem Schluss: Zeitverschwendung. LEBENSzeitverschwendung!

Natürlich: Der Alltag muss laufen, die Dinge wie auch ich sollten funktionsfähig bleiben bzw. wieder werden. Dafür ist es echt von Vorteil, auf die Pirsch zu gehen und nach Lösungswegen zu suchen.

Grübeln – ade!

Doch irgendwann ist fertig. Ende Gelände. Ich merke es daran, dass diverse Optionen abgeklopft, einige Handlungen bereits eingeleitet sind und meine Gedanken beginnen, Karussell zu fahren. Immer im Kreis, immer die selbe Leier. Grübel, Grübel, Grübel….

Och nöö. Jetzt ist aber mal gut. Leicht gesagt….schwer getan!

Wo ist der Knopf zum Abstellen?

Not-Aus für´s Gehirn

Da fällt mir meine CNC-Fräse ein. Sie hat einen Not-Aus-Knopf, der sehr gut zu erreichen ist und dem Motor sofort den Saft entzieht. Stillstand und alles ist gut.

Nun, ganz so arg braucht es für das Gehirn ja nicht zu sein, gleich der ganze Saft weg und Ruhe im Karton. Noch nicht. Aber wie wäre es mit etwas Sand ins Getriebe? Oder besser noch: frisches Öl? Neue Nahrung, neuer Input!

Ja, konstatiere ich, klingt gut!

Das Dankeschön nicht vergessen!

An dieser Stelle darfst du ruhig lachen, denn es ist tatsächlich der Moment, an dem ich mich bei meinem Gehirn dafür bedanke, dass es bis jetzt einen ziemlich guten Job gemacht hat. Immerhin hat es Output geliefert und ich gestehe ihm zu, dass es nun eine Pause braucht und dann eine neue Beschäftigung, die mit dem Kram der letzten Wochen herzlich wenig zu tun hat.

…die Pausen auch nicht

Da wäre erstmal die Sache mit den Pausen. Das mit den Pausen habe ich drauf. Mein Zauberwort heisst: Meditation! Entweder frei oder geführt, je nachdem, wie mir gerade zumute ist. Heissgeliebt auch meine Sekunden-Mini-Meditationen, so zwischen 3 und 10 Sekunden: das Telefon klingelt >> ich atme bewusst zwei, drei Klingeltöne lang; während ich im Netz unterwegs bin, gönne ich meinen Augen und meinem Geist ein Verweilen draussen im Grünen; kurz vor dem Essen kochen versenke ich mich in die Struktur der Schreibtischplatte…

Aber das nur am Rande, denn eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus:

Mach´ doch mal was ganz Neues!

Ja wie – was ganz Neues? Stimmt, gar nicht so einfach. Schon wieder ist das Hirn gefordert, diesmal jedoch mit einer völlig klaren Aufgabenstellung:

WAS will ich mir neu in mein Leben holen?

Dabei geht es mir um eine neue Beschäftigung, die ich regelmässig und dauerhaft in meinen Alltag integrieren werde. Da mir auf den ersten Stupp nichts einfällt, muss die altbewährte Liste herhalten.

Neu für mich wäre z. Bsp.:

– Tischtennis

– Yoga

– gesunde Ernährung

– Fingernägel lackieren

– Buch schreiben

– Skiten

– Ladengeschäft betreiben

– Bildhauern

– Vorträge halten

– Gemüsegarten anlegen

– Kulturveranstaltungen besuchen

– im Chor mitsingen

– eMail-Marketing

– Fortbildungen besuchen

– Videos drehen

und viiiiieles andere mehr….

Veränderung – gefährlich?

Je nach dem, wie du bisher gelebt und gedacht hast, kommt es nun in dir drinnen zu komischen Gefühlen. „Gemischt“ nennt man sie üblicherweise. Oberflächlich betrachtet, löst der ein oder andere Punkt auf der Liste vielleicht ein „au ja!“ aus.

Gehe ich näher an dieses „au ja“ heran, wird deutlich, dass es so mancher Vorbereitung bedarf, um in die Umsetzung zu kommen. Ich muss mit dem Auto wohin fahren, brauche eventuell die passende Kleidung, sollte Material/Werkzeug einkaufen und überhaupt mich vielleicht in dieses neue Thema erst mal einlesen…?

Jaaaa, da wird es zunächst einmal recht ungemütlich. Unser limbisches System gerät in Aufregung: es funkt Alarm! Gefahr für Leib und Leben!

Das Verlassen der Komfortzone ist angesagt, dem gemütlich angewärmten Wohnzimmersessel droht Auskühlung!

Verstehe ich. Verstehe ich nur zu gut! Deshalb habe ich mir erlaubt, aus der obigen Liste genau den Punkt herauszupicken, der prima im Sitzen zu erledigen ist: das Schreiben!

Da kühlt so schnell nix aus…

Klein anfangen

Es muss tatsächlich nicht immer gleich die grosse, riesige, bahnbrechende und lebensverändernde Sache sein, in die du dich hineinstürzt. Wie eingangs erwähnt, hat sich gefühlt dein Leben bereits an verschiedenen Stellen festgefahren, da brauchst du jetzt nicht noch mit Gewalt eine neue Schneise in den Dschungel pflügen.

Sei gnädig mit dir und mute deinem limbischen System nicht noch eine vermeintliche Gefahrensituation zu. Das Neue soll in erster Linie Spass machen und sich leicht bis sehr leicht in den täglichen Ablauf unterbringen lassen.

Dein Gewinn (und meiner)

Multitaskingfähigkeit hin oder her – so ganz viel passiert im Gehirn nicht gleichzeitig. Es kann wohl sehr schnell zwischen den Themen switchen, ist es aber mit einer neuen Aufgabe gefordert, muss es sich so dermassen konzentrieren, dass nebenher kein Platz mehr bleibt für die alten Grübeleien. Die Kraft für diese Konzentration – gerade in Zeiten, wo „sonst nix mehr geht“ – kommt quasi wie von selbst durch die Freude, die die neue Tätigkeit bereitet. Motivation pur!

Und zack! hast du dir selber bessere Laune verschafft, deine Lebenszeit genossen statt zersorgt und deinen Hirnzellen frische Kost geliefert.

Wer weiss, was mit diesen Vitaminen aus deinen Neuronen noch alles herausgekitzelt wird! Der erste Schritt ist getan, wach sind sie zumindest schon mal.

Meine grauen Zellen werden sich im nächsten Artikel mit den Ängsten, Zweifeln und Blockaden beschäftigen, die oft mit „Veränderung“ und „Neu“ einhergehen.

Und was ist dein Mittel der Wahl, wenn „nichts mehr geht“?

Was würdest du gerne neu in dein Leben holen?

Bleibst du lieber im Gewohnten oder liebst du Überraschungen?

Schreib´s in die Kommentare, ich bin für jeden Tipp, für jeden Erfahrungsbericht dankbar!

Neugierig,

Deine Stracke

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Wenn nichts mehr geht
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2 Gedanken zu „Wenn nichts mehr geht

  • 27. Oktober 2017 um 19:59
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    Das kenne ich nur zu gut! Wenn ich mich irgendwann mal an einem Problem festgebissen habe und keine Lösung finde. In solchen Situationen denke ich dann oft: Du bist zu alt für diesen Mist! Oft hilft es dann, die ganze Sache mal ein wenig (manchmal einige Tage) liegen zu lassen.
    Oft lösen sich dann Probleme ganz von selbst. Mal sagt der Kunde, er braucht die Lösung inzwischen nicht mehr, hat sich also erledigt. Ein anderes Mal fällt mir beim spazierengehen ein ganz neuer Lösungsansatz ein, den ich dann später ausprobiere.

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    • 28. Oktober 2017 um 18:04
      Permalink

      „erst mal ´ne Nacht drüber schlafen“ sagt der Volksmund (wer immer das auch ist)! Stimmt, bewusst alles liegen lassen, etwas ganz anderes machen und oft platz der Knoten von selbst.

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