Diesen Job bis zur Rente? Never ever!

Unzufrieden im Job – die Denkfalle beim Ausstieg

Gehörst du auch zu denen, die sich Tag für Tag in einen ungeliebten, ja verhassten Job schleppen?

Fühlst du dich erschöpft und ausgelaugt, bist sogar richtig krank darüber geworden?

Seit Jahren hangelst du dich von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub. Der Feierabend hat bei dir schon lange nichts mehr mit Feiern zu tun. Kaum zu Hause, reichen Energie und Kraft gerade noch zum Allernötigsten. Wenn überhaupt.

Abhängen statt Abfeiern.

Du lebst an deinem eigenen Leben vorbei.

Und du weißt es längst: Das ist nicht (mehr) der Job für dich. Du spürst es. Deine Seele ruft in der letzten Zeit immer öfter um Hilfe. Sie verlangt Beachtung. Vergebens.

Du hörst nicht auf sie. Du gehst immer wieder hin, zu einer Arbeit, die dich nicht erfüllt, deren Sinnhaftigkeit abhanden gekommen ist.

Weil es das ist, was du gewohnt bist.

Weil du keine Schwäche zeigen willst.

Weil du bisher immer alles geschafft hast.

Weil du stark sein musst.

Weil das so ein schöner, sicherer Job ist.

Weil „man“ so etwas nicht einfach aufgibt.

Weil immerhin am pünktlich am Monatsende das Schmerzensgeld gezahlt wird.

Weil du dich als Sklave deines selbsterschaffenen Lebensstandards fühlst.

Weil du Angst hast, dein Auto, deine Miete, den Strom und die Versicherungen nicht mehr zahlen zu können.

Weil du befürchtest, nicht mehr für deine Eltern, Kindern, Haustiere sorgen zu können.

Weil du keine Ahnung hast, wie du dich sonst finanziell über Wasser halten könntest.

Also gehst du immer wieder hin, jahrein, jahraus.

Deine Seele protestiert weiterhin, dein Verstand jedoch redet dir die Situation schön. Ja… doch… ab und an gibt es ja noch ein paar Highlights im Job. Und die Arbeit selber ist es eigentlich gar nicht…. Es sind die Strukturen, die Hierarchien, die zusätzlichen Tätigkeiten, das Arbeitspensum, das Betriebsklima, die Kollegen, die Chefs…

Und du versuchst, an sämtlichen Schräubchen zu drehen, deren du habhaft werden kannst. Manchmal klappts auch, dann wird es etwas leichter. Für kurze Zeit. Bis das nächste Hindernis auftaucht.

Bis die Seele die Nase voll hat und sich an den Körper wendet: „Auf mich hört keiner – mach du mal!“

Und der Körper macht. So richtig. Vorbei sind die Zeiten, in denen er sich mit mehr oder weniger harmlosen Protesten begnügt. Vorbei mit den kurzen Auszeiten, den paar Krankenscheintagen wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit.

Nein, dein Körper fängt jetzt massiv an, seine bereits vorhandenen Schwachstellen so richtig auszubauen. Das tut weh. Das tut so dermaßen weh, dass du vor lauter Überlastung und Verzweiflung mitten während der Arbeitszeit zusammenbrichst.

Heulkrampf, Schnappatmung, Erstickungsanfall. Vor aller Augen. Selbst der Chef hat´s mitbekommen, peinlich, peinlich. Oder doch nicht peinlich? Vielleicht notwendig? Vielleicht hast du es gebraucht, dass endlich mal jeder sieht, wie schlecht es dir wirklich geht, dass du am Limit bist. Vielleicht tat es gut, dass sogar der Chef Anzeichen von Mitgefühl erkennen ließ…endlich hat er es begriffen!

Als hättest du nun die Erlaubnis erhalten, fällt es dir plötzlich leicht, den Entschluss zu fassen:

SO nicht weiter!

Du willst jetzt endlich Nägel mit Köppen machen. Du erwägst eine längere Auszeit. Du willst dich endlich um dich selber kümmern, dich gesundheitlich wieder auf die Beine stellen lassen.

Du merkst: Kein Job auf der Welt ist es wert, sich die Gesundheit zu ruinieren. Dazu fühlst du dich noch zu jung. Jetzt muss eine längere Auszeit her! Drei Wochen, sechs Wochen Kur, Reha!

Ja – du willst sogar deine Berentung vorantreiben, bloß raus aus diesem Job, so schnell wie möglich! So eine Frühberentung, das wär´ doch was!

Wenn ich endlich nicht mehr in diesen blöden Job muss…. Dann, ja dann….! In deiner Vorstellung tut sich das wahre Paradies auf…

Krank genug dazu bist du ja. In den letzten Jahren hat sich da so einiges angesammelt. Attestiert und bescheinigt von dazu befähigten Leuten. Das brauchst du ja jetzt nur noch ein bisschen ausbauen und all´ deine Probleme sind gelöst!

Vorsicht: Falle!!

Dieser Denkansatz kann zu einem üblen Eigentor werden.

Statt zu erkennen, dass das Leben dir DIE Aufgabe deines Lebens präsentiert, die du bisher noch nicht gelöst hast – nämlich zu erkennen, wer du wirklich bist, was du hier sollst und zu dem zu werden, der du wirklich bist – doktorst du wieder an den äußerlichen Symptomen herum.

Klar, mit einer Frühberentung könntest du vielleicht aus deiner täglichen Tretmühle aussteigen. Aber bis es soweit ist, vergeht einige Zeit. Bis dahin bist du auf deine Krankheiten und Zipperleins angewiesen.

Du willst dich besser fühlen, ja. Aber gesund werden? Gesund werden willst du nicht, darfst du gar nicht! Du brauchst dein Kranksein!

Und solange du deine Krankheiten brauchst, kannst du nicht gesund werden!
Kein Arzt auf der Welt hat da auch nur irgendeine Chance.

Auf diesem Weg in die Frühberentung machst du dich abhängig von deinen körperlichen Beschwerden. Wer wärst du ohne deine Krankheiten? Was würdest du ohne sie machen?

Uff.

Dann müsstest du dir etwas anderes ausdenken.

Dann müsstest du voll und ganz für dich selber einstehen.

Dann müsstest du eine genaue Vorstellung von dem entwickeln, was du wirklich willst.

Dann müsstest du das mühsam in die Tat umsetzen.

Dann müsstest du Risiken eingehen.

Dann müsstest du wahrscheinlich Neuland betreten.

Dann wärst du gezwungen, dich völlig neu zu orientieren.

Dann müsstest du in voller Gänze selber für dich sorgen.

Dann müsstest du wissen, was dir gut tut.

Dann müsstest du dich auf die Reise machen zu deinem innersten Wesenskern.

Dann müsstest du vielleicht andere Menschen vor den Kopf stoßen.

Dann müsstest du vielleicht mit weniger auskommen, von was auch immer.

Dann würde es nur einen einzigen „Schuldigen“ geben, wenn´s schiefläuft: dich selber.

Dann wärst du allein für die Konsequenzen verantwortlich.

Nein, da machst du dich lieber abhängig von anderen Menschen, die deinen Zustand begutachten, einschätzen, be- oder verurteilen. Die dann letztlich über deine weitere Zukunft entscheiden.
Ein Job, der eigentlich der deine ist.

Aber einer deiner Lieblingssätze ist: „Ich konnte ja nicht, weil…“ und „das geht jetzt nicht, weil…“. Es scheint, als seist du der Sklave deiner selbsterschaffenen Lebensumstände.

Für dich gibt es unter all den zahllosen Möglichkeiten, die das Universum bereitstellt, nur diese einzige. Du bist nicht bereit, etwas anderes überhaupt auch nur anzudenken. Du siehst nicht, dass du dich in alten, anerzogenen, ankonditionierten Denkmustern selbst gefangen genommen hast.

Du erkennst deine Schöpferkraft nicht an.

Du weigerst dich, deine Kreativität zu nutzen.

Du wehrst dich gegen die Eigenverantwortung.

Du willst nicht erwachsen werden.

Du willst eine Lösung vom Außen.

Du scheust davor zurück, eine Entscheidung zu treffen.

Aber okay. Wenn das dein Weg ist, ist das dein Weg. Auch wenn das alles bis hierher vielleicht nach Vorwurf klingt, so ist es nicht gemeint. Ich will nur, dass es dir bewusst ist. Dann ist es okay, wirklich.

Ob es nämlich tatsächlich okay war, stellt sich oft erst hinterher heraus. Dann, wenn überprüft werden kann, was von dem „Wenn ich erst in Rente bin, dann….!!“ gelebt wird.

Was ich da sehe, stimmt mich einfach nur traurig.

Juchhu! Jetzt ist er da! Der lang ersehnte Rentenbescheid! Yeah! Die Freude ist groß! JETZT wird aufgelebt, jetzt wird gelebt!

Tja, und was? Das vermeintliche Glück, nun endlich das Paradies erlangt zu haben, währt in der Regel so zehn bis vierzehn Tage. Die Erleichterung, „da nicht mehr hin zu müssen“, wird mit Glück verwechselt und wird recht schnell vom Alltag wieder plattgebügelt. Du gewöhnst dich dran.

Nach zwei, drei Monaten stellst du erstaunt fest, dass es dir auch nicht wesentlich besser geht. Der Körper meldet sich nach wie vor mit seinen Beschwerden, viel mehr Zeit als vorher im Job scheinst du auch nicht zu haben, wie früher findest du dich im Funktionieren, im Abarbeiten von Alltagsroutinen wieder.

Und das schlimmste:

Die innere Leere kehrt zurück.

Da ist es wieder. Dieses große Fragezeichen. Was mache ich hier eigentlich? Was soll das Ganze? Geht das jetzt so weiter, bis ich sterbe? Kommt da jetzt nichts mehr?

Wie früher kommst du dir ferngesteuert vor. Du lebst immer noch nicht DEIN Leben. Vielleicht lebst du jetzt das Leben und im Leben deiner Angehörigen anstelle deiner Arbeitskollegen, deiner Vorgesetzten.

Fit sein, gesünder sein? Voller Energie? Lebensfreude? Sinnhaftigkeit? Ausgefülltsein? Weniger Stress? Zufriedenheit? Tolle Beziehung? Abends glücklich einschlafen? Erfülltes Leben? – Fehlanzeige. Du merkst: die Probleme haben sich nur verlagert.

Nun kommt dein Versäumnis zum Vorschein. Du hast dich um deine Lebensaufgabe herumgedrückt. Du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht. Du hast keine bessere Version von dir selbst entworfen, du hast dir nicht überlegt, wo du in deinem Leben noch hin willst. Du verleugnest wegen Wärme, Bequemlichkeit und Sicherheit immer noch dein wahres Selbst. Du hast dir nicht die Mühe gemacht herauszufinden, wer du bist.
Und wenn doch, dann lebst du noch immer viel zu viele Kompromisse.

Du entscheidest!

Und auch das ist völlig in der Ordnung, wenn du dich bewusst dafür entschieden hast. Wenn es das ist, für das du dich jeden Tag auf´s Neue entscheidest. In dem Bewusstsein, dass du dich jeden Tag anders und neu entscheiden kannst.

Dann höre damit auf, dich zu beklagen!

Dann höre auf zu jammern!

Dann höre auf damit, andere dafür verantwortlich zu machen! Oder die Umstände, das Wetter, die Politik etc.

Dann höre auf damit, andere mit in dein Jammertal hinunter zu ziehen!

Dann höre auf damit, anderen Menschen mit deinen ewig gleichen Geschichten, an denen du doch nichts ändern willst, die Zeit zu stehlen!

Denn wenn es das ist, was du wirklich willst, müsstest du ja jetzt restlos glücklich sein.
Wie – du fühlst dich aber gar nicht so? Nun, das ist das Leben, welches noch in dir ist. Es lässt sich nicht so leicht abschütteln und hält dir hartnäckig immer wieder den Hausaufgabenzettel unter die Nase:

Erkenne dich selbst! Werde, der du bist!

Und diese Lösung findest du nicht im Außen. Nicht in der Berentung, nicht im dicken Bankkonto, nicht in netten Menschen, ja, noch nicht einmal in Gesundheit oder Krankheit.
Diese Lösung findest du nur in deinem Inneren.

Mache dich auf den Weg zu dir selbst! Entwerfe die bestmögliche Version von dir! Erinnere dich an deine Träume und lasse das Beste davon Wirklichkeit werden! Warte nicht ab, was passiert, sondern erschaffe dir, was passieren soll!

Stelle dir die richtigen Fragen, lasse dir die richtigen Fragen stellen – denn du musst nicht immer stark sein, du musst nicht alles alleine machen!

Die Stracke – Bremsenlöserin für Menschen in der besseren Lebenshälfte

 

Unzufrieden im Job – und eine böse Denkfalle

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