…ob der mit dir oder ohne dich stattfindet.

Nicht, dass ich jetzt Hektik verbreiten will, aber ich stelle an mir selber fest, dass sich „Zeit“ anders anfühlt als früher.

Stark ins Nachdenken kam ich, als ich während der Umzugs-Packerei auf ein paar alte Kalender stieß. 20, 30 Jahre alt. Nur so aus Spass blickte ich hinein und staunte: alles vollgeschrieben!

Termine, Termine!

Waaas?? Soviel habe ich damals in einen einzigen Tag hineinbekommen? Halbtags studieren, die anderen Hälfte per Nebenjob finanzieren, danach und dazwischen Aufträge quer durch´s Ruhrgebiet abarbeiten (war damals noch nicht so viel Stau?) und abends noch Probe.

Am nächsten Tag dasselbe in Grün. Ich habe gegoogelt und geforscht – aber nein, damals waren die Tage nicht länger als heute, echt nicht. 24 Stunden, es bleibt dabei.

Heute habe ich den Eindruck, so ein Tag fliegt in Windeseile einfach vorbei. 2 kleine Termine, einen Blogartikel schreiben und schwups, ist der Tag um. Und wehe, es kommt ein überraschendes Telefonat dazwischen! Dann bleibt schon die Hälfte von dem, was ich mir vorgenommen hatte, liegen.

Wie kann es sein, dass heute eine Stunde um ist wie nichts, wie ein Fingerschnipp? Ich kann mich noch gut an die Schulzeit erinnern und noch besser daran, dass sich eine dreiviertel Stunde Unterricht in einem ungeliebten Fach oder bei einem noch ungeliebteren Lehrer zog wie Kaugummi.

Mit etwas Pech ergab sich an machen Schultagen diese Konstellation mehrmals hintereinander; das waren die Tage, an denen ich mich mit letzter Kraft zum Schulbus schleppte in dem trüben Bewusstsein, zu Hause geht´s weiter damit. Hausaufgaben, Nachhilfe, lernen für die nächste Klassenarbeit.

Und der Tag ging nicht um.
Und die Woche auch nicht.
Und das Schuljahr irgendwie auch nicht.

Heute hingegen fliegt alles nur so an mir vorbei. Facebook schickt mir eine Erinnerung: Wie, 2 Jahre sind wir nun schon befreundet? Wow, wo ist die Zeit geblieben?

Wie – ein komplettes halbes Jahr wohne ich nun schon hier? Kommt mir vor, als wäre ich erst gestern eingezogen…

Mal eben ein kleines Video machen – huch! Wieso ist denn schon Abend??

Wissen ist nicht gleich Fühlen

Meine ganz persönliche, wissenschaftlich NICHT fundierte Meinung ist ja, dass wir von Natur aus so eingerichtet sind, dass wir als junge Menschenkinder zwar ab irgendwann WISSEN, dass das alles hier mal irgendwann vorbei ist, aber nicht FÜHLEN.

Deshalb leben wir, als hätten wir alle Zeit der Welt. Als würden wir ewig leben. Dieses Gefühl von „Ewigkeit“, „es geht immer so weiter“ hält sich dann hartnäckig etliche Jahrzehnte.

Und das ist vielleicht auch eine ganz gute Einrichtung, denn ich glaube, so manch einer hätte erst gar keinen Bock, überhaupt etwas mit seinem Leben anzufangen und würde mit 12 Jahren oder so schon die Segel streichen.

Bloß irgendwann, so in der Lebensmitte, wenn alles einigermaßen läuft, du aus dem Gröbsten raus bist, deine Kinder und Eltern auch, dann fängst du an zu rechnen. Freunde, Bekannte und Angehörige kommen dir ins Gedächtnis, an deren Gräbern du gestanden hast. Die, die vor dir starben. Jünger als du, älter als du, die durch Unfall oder Krankheit mitten aus dem Leben gerissen oder langsam einfach immer weniger wurden.

Immer klarer wird dir: menno, die Einschläge rücken näher…

Irgendwann kannst du nicht mehr dran vorbeidenken: die Tatsache deiner eigenen Endlichkeit sickert dir tröpfchenweise und unerbittlich bis in jeden einzelnen Zellkern, auch noch in den hinterletzten.
Du kommst nicht umhin, dir dein eigenes Leben anzuschauen.

Du staunst: ey, 40, 50, 60 Jahre sind vergangen! Auf dem Zentimetermaßband des Lebens bleibt dir nur noch das kleinere Stück! Huch!?

Was hast du dabei für ein Gefühl? Torschlusspanik? Leichtes Unwohlsein? Oder so ein: Och, mich wird´s schon nicht treffen?

Was, wenn doch?

Könntest du heute abend in aller Seelenruhe diese Welt verlassen? Oder hättest du das Gefühl, irgendetwas noch nicht erledigt zu haben?
Sollte auch nur ein kleinstes JA dabei sein (ein Jaein gildet auch!), lade ich dich ein, in dir selber auf Entdeckungsreise zu gehen.

– Will da noch was raus aus dir?
– Ist JETZT die Zeit gekommen für die Verwirklichung deines Jugendtraumes?
– Ist die Zeit reif für Ehrlichkeit? Anderen und vor allem dir selbst gegenüber?
– Gibt es noch eine Schmuddelecke zu bereinigen?
– Hast du die letzten 50 Jahre viel zu wenig gelacht? Freude gespürt?
– Klebt dir noch was an der Backe, was du gerne loswerden würdest?
– Ist HEUTE vielleicht das SPÄTER, von dem du jahrelang gesprochen hast?

Dann kann ich dir nur sagen: Mach hinne!

Hör auf, alles und jedes und dich selber auf „später“ zu vertrösten. Rein zeitlich gesehen ist es jetzt schon eng, und es wird immer enger.

Und sowieso: Worauf wartest du eigentlich??

Wir sind zu alt für „später“! Und Punkt!

„Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.“ (San Paolo)

Und hier die guten Nachrichten:

1. Ich kann dir sagen: es lohnt sich. Ich hab´s durch bzw. bin noch dabei, denn dieses neue zweite Leben, farbenfroh und fröhlich, mit neuen auf- und anregenden Begegnungen und viiieel mehr Lachen, dieses Leben in einer neuen inneren Freiheit, dieses Leben, in dem ich endlich meinem innersten Wesenskern entsprechen darf, dauert an bis zur Grube! In die ich dann – so mein Ziel – tatsächlich (evtl. leicht süffisant lächelnd, das gestehe ich mir zu) zutiefst zufrieden fahre mit dem Gedanken: Und siehe, es war gut.

2. Wenn du die Statistik bemühst und – nur um eine Hausnummer zu nennen – rein rechnerisch noch ca. 20 Jahre vor dir hast, merkst du: das ist noch nicht das Ende! Von 30 bis 50 oder von 20 bis 40 waren es auch 20 Jahre, und wenn ich in meine Kalender schaue, sehe ich, was ich da alles gewuppt habe, heiligsblechle!
Wir sind zu jung für Langeweile, Lebenslügen und Larifari-wischiwaschi-Oberfläche! Also:

Komm´ in die Klotschen!

P.S.:
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst oder du in deinem Umfeld niemanden hast, mit dem solche Gedanken besprechbar sind, lade ich dich zu einem kostenfreien unverbindlichen Orientierungsgespräch ein. Schicke mir einfach eine kurze Mail!

Morgen ist auch noch ein Tag, fragt sich bloß…
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